| |
Der Zieringwer, botanisch Hedychium ist ein Mitglied der Familie der Zingiberaceae, der Ingwergewächse. Zu diesen gehören unter anderen auch der echte Ingwer, Curcuma, Globba, Alpinia, Etlingera und Roscoea. Einige dieser Pflanzen sind Nutzpflanzen wie der echte Ingwer, Zingiber officinalis, überwiegend handelt es sich jedoch um Zierpflanzen die fast ausnahmslos auffällige Blüten hervorbringen und sich zu beeindruckenden Pflanzen entwickeln wenn auch viele durchaus anspruchsvolle Gesellen sind.
Es gibt etwa 50 Zieringwerarten von denen in unseren Breiten der bekannteste sicher Hedychium gardnerianum ist, der sich im Lauf der Jahre zu äußerst eindrucksvollen Kübelpflanzen entwickelt. Bis zu 50cm lange, auffällige Blütenstände deren leuchtend gelbe Einzelblüten mit lang aus der Blüte herausragenden, orangefarbenen Staubgefäßen an äußerst standfesten, starken Trieben mit großen, sattgrünen Blättern verzaubern im Spätsommer mit ihrem exotischen Anblick jede Terrasse. Die beeindruckende Größe von fast zwei Metern tut ihr übriges. Schon die ausnehmend kräftigen, hellbraunen Rhizome lassen ahnen wie eindrucksvoll die Pflanzen werden. Der Duft der Blüten ist sozusagen die Krönung.
Hedychium gracile ist ein, wie der Name schon sagt, eher zierlicher Vertreter der Gattung und wartet mit reinweißen Blüten auf. Auch hier ragen leuchtend orangefarbene Staubgefäße weit aus der Blüte heraus die sehr elegant wirkt. Die Pflanze bleibt kleiner und wirkt insgesammt zarter wie H.gardnerianum, duftet aber ebenso stark und angenehm.
Inzwischen gibt es auch einige Sorten wie Hedychium `Pink V´ deren Name auf der V-förmigen, roten Zeichnung an den Trieben basiert, eine sehr schöne rosa blühende Sorte. Eine weitere Sorte, Hedychium densiflorum `Assam Orange´haben wir in Kew Gardens entdeckt, sie wird mit ihren leuchtend orangefarbenen, dichten Blütenständen vorraussichtlich ab Februar unser Sortiment bereichern.
Zieringwer gehört wohl zu den absolut pflegeleichtesten Kübelpflanzen die man finden kann. Insbesondere Hedychium gardnerianum kultivieren wir schon etliche Jahre und noch nicht einmal konnten wir Schädlinge oder Krankheiten daran entdecken – sicher einer der größten Vorteile. Pflanzt man trockene Rhizome sollte man anfangs nicht zu viel gießen damit sie nicht faulen bevor sie beginnen können zu wachsen. Die Töpfe mit den Rhizomen werden bei Zimmertemperatur aufgestellt und beginnen einige Wochen nach dem Angießen zu trieben. Ab Mitte Mai, sobald der letzte Frost vorbei ist, können die Pflanzen nach draußen. Sie bevorzugen einen sonnigen bis vollsonnigen Standort und reichlich Dünger. Hedychium gardnerianum schafft eine Höhe von ca. 2m und entsprechend benötigt er auch Nährstoffe um dieses Wachstum zu bewältigen. Trocken gelagerte Rhizome blühen nach der Pflanzung häufig erst im zweiten Jahr doch erhöht das eigentlich nur die Vorfreude denn auch ohne Blüten wirkt der Zieringwer mit den großen, sattgrünen Blättern ungeheuer exotisch. Die verwendeten Töpfe oder Kübel sollten groß sein, so dass sie standfest sind denn bevor bei einem Zieringwer ein Trieb wegen Wind abbricht fällt eher der ganz Topf um. Blüten erscheinen im Spätsommer, sind haltbar und duften sehr stark.
Bei der Überwinterung sind Zieringwer sehr „flexibel“ – alles ist möglich von gerade frostfreier, fast trockener Haltung bis zu einem Standort im warmen Wohnzimmer wo sie als Immergrüne auch im Winter für exotischen Flair sorgen. Nur Triebe die geblüht haben werden irgendwann gelb und sollten dann bodeneben abgeschnitten werden. Es werden reichlich neue Triebe gebildet, so dass sich mit jedem Jahr mehr Blüten entwickeln.
Wird sie denn doch einmal zu groß, kann man das komplette Rhizom aus dem Topf nehmen, die Erde abspülen und das Rhizom teilen. Der beste Zeitpunkt dafür ist das zeitige Frühjahr, bevor oder wenn die Pflanzen ausgeräumt werden sollen. Die Schnitt- oder Bruchstellen lässt man nach der Teilung etwa 24 Stunden lang antrocknen, setzt sie in einen entsprechenden Topf und gießt sie an. Sobald wieder Wachstum sichtbar ist wird die Pflanze ebenso reichlich gegossen und gedüngt wie vorher.
Wichtig ist, sie im Frühjahr, wenn sie auf die Terrasse soll, zuerst für ein paar Tage in den Schatten zu stellen. Nach dem langen Winter im Haus ohne direktes Sonnenlicht, könnten die Blätter verbrennen wenn sie von heute auf morgen in die volle Sonne gestellt werden. Nach ein paar Tagen darf sie sonniger stehen und kann nach dieser „Umgewöhnung“ wieder ihren vollsonnigen Platz auf der Terrasse bekommen. |